Wieso du dein Kind tragen solltest

Wieso du dein Kind tragen solltest

 

Wusstest du, dass der Kinderwagen erst knapp 200 Jahre alt ist? Du kannst dir bestimmt denken wie Babys davor von a nach b gekommen sind. Richtig mit dem Tragetuch. Das Tragen von Babys und Kleinkindern ist so alt wie Menschheit selbst. Sagt dir der Begriff Tragling etwas? Ich hol einmal kurz aus:

Nesthocker, Nestflüchter oder Tragling

 

Der Nachwuchs von Säuglingen wird in drei Gruppen eingeteilt: Nesthocker, Nestflüchter und Traglinge. Schauen wir uns die Nesthocker einmal an. Sie haben geschlossene Augen und Gehörgänge. Trifft also nicht auf unser Babys zu. Unsere Babys werden erst mit ca. 1 Jahr zu Nestflüchtern wenn Sie laufen können. Ist dein Babys also ein Tragling?

Als Tragling verfügen Babys über einen ausgeprägten Greifreflex. Wenn du deinen Finger in die Handinnenflächen deines Babys legst, wird es ordentlich zupacken. Evolutionär war dieser Handgreifreflex dazu gedacht sich beim Tragenden festzuhalten.

Ist dir schonmal aufgefallen, dass dein Baby auf dem Bauch die Beine anwinkelt? Auch das lässt darauf schließen, dass unsere Babys Traglinge sind. Wenn du es hochnimmst, nimmt es ganz natürlich die Anhock-Spreiz-Stellung ein. Die Beinchen werden dabei angehockt und die Oberschenkel abgespreizt.

Babys haben einen leicht gerundeten Rücken. Dieser ist ideal, um sich an den Tragenden anzulehnen und nicht nach hinten zu fallen.

Unsere Babys sind hinsichtlich Ihres Verhaltens dazu ausgelegt der Mutter oder einen anderen Bezugsperson nahe zu sein. Traglinge fühlen sich nur in unserer Nähe beschützt und geborgen.

Das Tragen von Babys ist also kein neuer Trend sondern tief in unserer DNA verankert.

Gefühl wie in der Gebärmutter

Unsere Babys fühlen sich beim Tragen wie in der Gebärmutter. Ich sag immer, nach der Geburt rutscht das Baby nur ein Stück nach oben. Alles andere bleibt gewohnt: Die Stimme, der Geruch, der Herzschlag und die Wärme.

Um 43 % weniger schreien

Regelmäßig getragene Babys sind allgemein zufriedener und zeigen weniger Unruhe. Durch das Tragen deines Babys werden seine körpereigenen Wohlfühl-, Liebes- und Glückshormone ausgeschüttet. Zusätzlich findet durch die direkte Nähe eine niedrigschwellige Kommunikation zwischen dir und deinem Baby statt, die auch zu einer verlässlicheren Reaktion auf seine Bedürfnisse führt. Dadurch mindert sich die Schreifrequenz insgesamt um bis zu 43%: getragene Babys verzeichnen eine kürzere tägliche Schreidauer, eine geringere Zunahme des Schreiens bis zur sechsten Lebenswoche und weniger Schreien an Abend.

Den Alltag leichter meistern

WIr können einfach mit unserem Babys im Tragetuch den Haushalt schmeißen und müssen nicht auf das langersehnte Schläfchen warten. Wann dann auch noch nur auf der Mama oder dem Papa geschlafen wird kommt man auch zu nichts.

Tragen trägt zum Bonding bei

Jedes Babys gewinnt durch das getragen werden. Ihr könnt ganz einfach zu dem Aufbau eurer Bindung etwas beitragen und das Bonding stärken durch Körpernähe und Hautkontakt.

Schutz vor nevigen Getätschel

Wer kennt es nicht: Noch im Wochenbett will man kurz zum Bäcker und ein Brot holen und alles wollen dein Babys bespaßen und am besten noch befingern. Ich war immer sehr froh wenn ich den Leuten sagen konnte „Tut mir leid, Sie ist gegade im Tragetuch, da mag ich sie jetzt nicht rausholen.“

Stillen to go

Nach anfänglichen Schwierigkeiten haben wir das Stillen im Tragetuch für uns entdeckt und konnten so unerkannt überall und niergends stillen.

Tragen als Vorbeugung

Babys haben weiche Knochen. Wenn ein Baby oft auf den Rücken gelegt werden können einen abgeflachten Kopf bekommen. 22 % der Babys weisen eine Schiefkopf aufgrund falscher Lagerung auf.

Bei speziellen Problemen kannst du mich gerne ansprechen. Schreib mir einfach oder komm vorbei.

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